Rethymno – Stadt und Region

Heute

Die Region Rethymno befindet sich zwischen Heraklion und Chania, so dass die Stadt Rethymno sowohl vom Nikos Kazantzakis Flughafen in Heraklion (60 km) als auch vom Flughafen „International Airport“ in Chania (45 km) angenehm und unkompliziert erreicht werden kann. Rethymno ist die drittgrößte Stadt der Insel mit einer Geschichte von mehreren Jahrtausenden. Die gesamte gleichnamige Präfektur (Regionalbezirk Rethymno) zählt eine Einwohnerzahl von ca. 85.500. Die Gemeinden Agios Vasilios, Anogia, Mylopotamos und den Hauptort Rethymno Stadt. In Rethymno leben ca. 50.000 von denen ein gewichtiger Teil die Studierenden der Universität Rethymno ausmachen. In dem kleinsten Regionalbezirk Kretas sind Mensch und Natur harmonisch miteinander verbunden; gleichzeitig bietet die kleine Stadt, mit einer noch kleineren Alt-Stadt (palia poli) auf der östlichen Halbinsel der Region ein archäologisches Ambiente direkt auf der Meeresoberfläche, mit der Fortezza-Burg (venezianische Festungsruine aus dem 16. Jh.) an der Spitze und einem Alten wunderschönen Hafen.

Die Region ist ein beliebter Urlaubsort für Reisende aus Aller Welt, die ihre Zeit entspannt in der Natur und mit einem Hauch von ewiger Kultur genießen wollen. Andere zieht es auch ganz hierher, so dass in den letzten Jahren Viele ihre eigenen Villen bauen, die sie dann entweder nur als Urlaubsresidenz oder sogar als ihr Zuhause nutzen. Die Möglichkeit abgekapselt, auf einem der umliegenden Gebirge zu leben, die immer noch dünn besiedelt sind, verbunden mit dem städtischen Leben in einer kleinen, romantischen Strandstadt, lockt Künstler, Wissenschaftler aber auch Menschen, die einen Teil des Jahres hier verbringen möchten her.

Im Rahmen der lokalen Selbstverwaltung besteht die Region Rethymno aus zwei Stadtbezirken und 45 Ortsgemeinschaften (topikes kinotites), die bis ins Gebirge reichen. 

Geschichte/Kultur

Rethymno soll schon in der Jungsteinzeit (ca. 6000 v.Chr.) besiedelt worden sein. Der Name „Rhithymna“ stammt noch vor der hellenischen Zeit und belegt, dass die Einflüsse der Stadt weit vor der Zeit der Antike reichen. Diverse historische Stationen führten dazu, dass die Stadt arabische, venezianische, osmanische, zentraleuropäische Einflüsse bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieges erlebte, was das Bild der Kulturstadt Kretas geprägt hat. Bauten aus der venezianischen und osmanischen Zeit, sowie aus der Antike schmücken die Stadt mit einem Gefühl von Ewigkeit.

Seit 1987 findet jeden Spätsommer das Renaissancefestival in Rethymno und seit 1914 eins der bekanntesten Karnevale Griechenlands statt.

Geographie/Klima:

Da die Gebirgzüge auf dem Längengrad der Region nicht so hoch ausfallen und gleichzeitig der Abstand zwischen Nord und Süd geringer als in anderen Regionen Kretas ausfällt, ist die Ostküste in weniger als eine Fahrtstunde erreichbar. Die Messara-Bucht des Libyschen Meeres ist somit von der nördlich gelegenen Stadt nur ein Atemzug entfernt. Die klimatologischen Umstände fallen insofern in der Region ebenfalls besonders aus, da der südliche Wind oftmals den Norden erreicht. Gleichzeitig wehen auch nördliche Winde über die Stadt, was ein angenehmes und gemäßigtes Mittelmeerklima zur Folge hat (14o C im Winter und 29o C im Sommer Durchschnittstemperatur), so dass der Winter nie zu kalt und der Sommer nie zu heiß werden kann!

Roussospiti („das rote Haus“) – das Dorf

Roussospiti, von Vielen „das Balkon vpn Rethymno“ genannt, ist eine der Ortsgemeinschaften im Gemeindebezirk Rethymno und befindet sich ca. 5 km südöstlich von der Stadt, in einem Ausläufer des Berges Vrysinas (Brusinas), ca. 300 Meter hoch und einem atemberaubenden Blick auf die Stadt, das Meer und die Berge. Bereits aus der venezianischen Zeit wird das „Dorf“ Roussospiti erwähnt.

Mit einer Einwohnerzahl von ca. 570 Menschen ist Roussospiti eine kleine, sympathische Gemeinschaft mit einer besonderen Weltoffenheit. Durch den Zuzug von Menschen aus Aller Welt, die sich im „Dorf“ niedergelassen haben, hat Roussospiti einen einzigartigen europäischen Flair inmitten des Mittelmeers bekommen. Nicht selten trifft man auf angeheiratete Deutsche, Amerikaner, Italiener, die zu den Einwohnern der Gemeinschaft zählen und den kulturellen Hintergrund gemeinsam mit den Einheimischen mitgestalten.

In den letzten Jahren zieht es Menschen nach Roussospiti, die sich ein Zuhause auf den Bergen wünschen, gleichzeitig in der Nähe der Stadt und des Meeres sein wollen und sich ihr eigenes Haus in Roussospiti bauen. Da das Gebirge dünn besiedelt bleibt, gibt es viel Potenzial, am Ausläufer des Vryssinas sein ruhiges Paradies genießen zu können.

Sehenswürdig um das Dorf herum

Vryssinas: ist der Berg an dessen Ausläufer Roussospiti liegt. Er ist ca. 858 m hoch und bietet Wandermöglichkeiten an, da man diesen ganz gut bis zur anderen Seit überqueren und an der Landstraße Richtung Süden angenehm ankommen kann(Armeni). Für Wanderer ein Stückchen Abenteuer! Doch auch für den Liebhaber der Archäologie gibt es Orte auf Vryssinas, die eine jahrtausendalte Bedeutung der Umgebung belegen. So etwa wurden über 800 kleinere Skulpturen, Gefäße und insbesondere ein viereckiger Stempel aus dunkelrotem Jaspis-Stein gefunden. Letzteres weist Gravuren der minoischen hieroglyphischen Schrift auf und zählt zu den besonderen Funden aus minoischer Zeit, da dadurch der Bestand der minoischen hieroglyphischen Schrift auch auf der westlichen Seite Kretas belegt wird. In der Antike wurde hier ein Tempel zu Ehren der Göttin Artemis nachgewiesen. Den Namen verdankt Vryssinas den vielen natürlichen Quellen (vryssi), die auf dem Berg zu finden sind. Heute wird der Höhepunkt des Berges Vryssinas „Heiliger Geist“ (Agio Pneuma) genannt, wo zahlreiche Funde bis aus dem Jahre 1900 v.Chr. geborgen werden konnten. Die Universität Kreta forscht über die Keramiktechniken minoischer Zeit auf Grundlage dieser Funde auf dem Berg Vryssinas (für Interessierte: www.archaiologia.gr).

MyliSchlucht: ist eine weitere Attraktion, die nur ca. 6 Km entfernt von Roussospiti liegt. Sie ist ungefähr 4 Km lang und war ursprünglich bewohnt. Eine Reihe von aufwendig gebauten Häusern, Brücken und Kanälen für Wassermühlen, die in der venezianischen Zeit erbaut wurden und bis in die 70er Jahre aktiv genutzt und bewohnt wurden, sind heute noch als archäologische Ruinen zu bewundern. Teilweise wurden einige der Bauten restauriert; eine Taverne wird heute direkt in der Schlucht auch betrieben (http://www.myli.rethymnon.org/home/).

Chromonastiri: ist ebenfalls eine Ortsgemeinschaft, die 1,5 km entfernt von Roussospiti liegt und unter Denkmalschutz steht, weil viele Häuser aus der venezianischen Zeit erhalten sind. Das heutige Militärmuseum, das den Besuchern zugänglich ist, war einst die bedeutendste Villa (Villa Clodio) aus der venezianischen Zeit und wurde ursprünglich als Sommerresidenz der Adelsfamilie Clodio genutzt.

Maroulas: ist eine andere Ortsgemeinschaft, die auf dem Hügel gegenüber von Roussospiti und 3 km entfernt von Rethymno (Platanias) liegt und eine Sehenswürdigkeit für Liebhaber der byzantinisch-venezianischen Zeit ist, da die Geschichte des Dorfes über 800 Jahre zurückliegt. Diverse Funde belegen, dass der Ort bereits in der minoischen Zeit besiedelt wurde. Das Dorf steht unter Denkmalschutz, weil sich viele Steinbauten (darunter eine Burg) in einem guten Erhaltungszustand befanden. Da Zuzügler aus Nordeuropa schon seit den 90er Jahren im Rahmen europäischer Projekte der Erhaltung von Kulturgut Ruinen im Dorf erworben, restauriert und renoviert haben, erlebt das Dorf immer noch seine Blütezeit ganz im byzantinisch-venezianischen Flair. Viele leben dort; andere nutzen die restaurierten Steinbauten als Urlaubsresidenz und andere bauen sich direkt in der Umgebung ihre eigene Villa.